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BAUTEN 2/2002
“Die fotografierten Objekte, erstarrt weit vor dem Moment der Aufnahme,
verweisen immer auf einen Menschen b.z.w. seine Psyche,
seine Emotion und sein kreatives Potential.” |
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Seit den späten
neunziger Jahren verfolgt Heiko K. Wennesz mit großer Konsequenz
einen eigenständigen bildkünstlerischen Ansatz. Die vom Künstler
vorgenommenen Bezeichnungen als “Konstruktionen” und “Bauten”
verweisen auf den Produktionsprozess der Arbeiten und legen den Schwerpunkt
in den Bereich der Installation. Die “Konstruktionen” entstehen
vor Ort, sie sind in ihm und auf ihn bezogen.
In den Fotografien schaut Wennesz die “Dinge” an, ruhig, ohne
Zynismus befragt er mit der Kamera das Umfeld seiner Kindheit und seines
heutigen Alltags nach deren kreativen Potential in ihren jeweiligen Ausformungen.
Mit der Kleinbildkamera gelingt es ihm, ein hohes Maß der vorgefundenen
Atmosphäre und Spannung, im Bild festzuhalten. Wennesz liegt es mehr
an einer Öffnung b.z.w. Weitung, weniger daran die Dinge durch ein
technisch aufwendiges Aufnahmeverfahren zusätzlich einzufrieren.
Diese Spontanität in der Herangehensweise setzt sich in den “Konstruktionen”
und “Bauten”, die eigentlichen "Träger" der
Fotografien, fort, indem sie unfertig im Ausstellungsraum eingebaut oder
abgestellt wirken. Aber gerade dadurch erhalten sie ihre Wesenheit. Ihre
Irritation ist zu spüren und der Wunsch, sich im Raum zu orientieren.
Wie Reflexe auf den Raum anmutend, scheinen sie, einer in erster Linie
bewussten Konstruktion zu wiedersprechen. Auch ihre Funktion bleibt weitgehend
offen und ambivalent. Was sich in der einen Arbeit als eine Art Armatur
zur Benutzung anbietet, nimmt sich in der nächsten wieder sperrig,
als reine Trägerkonstruktion zurück. Mit den “Bauten”
“outet" sich Wennesz zum Einen als ein "Mitbetroffener"
wenn nicht "Mittäter" des Konstruktions.- und Produktionswahnsinns
der Moderne, an der menschgemachten Welt. Letztendlich nutzt er aber den
Moment der Irritation, und öffnet weiter Raum. |